| | |

Was will mir mein Bild sagen?

Klein, aber ohoooo! – Bildanalyse beim intuitiven Malen

Heute zeige ich dir an einem Beispiel, wie du beginnen kannst, die Botschaften deines eigenen Bildes zu entdecken. Eine Bildanalyse kann dir einen kleinen Stupser geben, wenn du beim Betrachten deines Bildes gerade selbst nicht weiterkommst.

Es gibt noch viel mehr Fragen, die du deinem Bild stellen kannst. Manchmal kommen die Antworten ganz überraschend ans Licht.

Probier es einfach aus!

Ausgeschnittene Katzenfigur aus Pappe mit Herz vor blauem Himmel

Bildanalyse & 3 Mitmachübungen 🎨

Ich bastelte an einem Dienstag ein Bunte-Katze-Pappmachébild als Vorbereitung für einen Kinderkurs. Nun brauchte ich noch ein Foto für meine Website, damit die Eltern sehen konnten, was wir im Kurs machen.

Ich fotografierte die Katze und lud sie in mein digitales Malprogramm. Am rechten Rand war noch etwas Luft und ich malte schnell eine Maus hinzu – denn Katze und Maus gehören für mich irgendwie zusammen.

Der bewusste Teil war die Katze. An ihr konnte ich Techniken ausprobieren, meine Geschicklichkeit erweitern und Zeit und Material planen.

Die Maus dagegen entstand einfach so.

An der Maus lerne ich etwas über mich. Sie kam so schwuppdiwupp aus meinem Herzen heraus. Die malte sich auch viel leichter …

Also begann ich, mir die Botschaften meiner kleinen Maus genauer anzuschauen.

Bunte Pappmaché-Katze mit Herz und kleiner gemalter Maus

Was möchte mir meine Maus erzählen? 🐭

Nun setzte ich die Maus in den Fokus und schaute mir ihre Einzelteile genauer an.

Und tatsächlich verstand ich schon die ersten Worte meiner Maus:

„Juhu, schau mich an, ich bin hier … 😊 Ich bin klein und fühle mich bei der Katze gerade wohl. Ich darf mit dabei sein auf diesem Bild. Die Katze frisst mich nicht, sondern putzt mein Ohr mit dem Pinsel rein. Was gibt es denn zu hören?“

Nun wollte ich die Symbolik der einzelnen Teile noch ein bisschen genauer erforschen. Dafür schaute ich auf Formen, Linien, Farben und kleine Details – und vor allem darauf, welche Gedanken und Gefühle sie bei mir persönlich auslösten.

Denn genau darum geht es mir bei dieser Art der Bildanalyse: nicht darum, einem Symbol eine allgemeingültige Bedeutung überzustülpen, sondern neugierig zu schauen:

Was bedeutet es für mich?

Linien, Formen und Symbole entdecken

Meine Strichführung ist sehr einfach. Ich entdecke Rundungen und Schwünge, aber kaum gerade Striche.

Für mich fühlt sich darin Bewegung an. Etwas darf ins Tun kommen, sich drehen und ins Rollen geraten.

Dann entdecke ich das Kleid der Maus. Es hat ein Käsemuster – und das habe ich wirklich nicht bewusst gemalt. 😊

Meine eigene Assoziation dazu: Ich bin voller Nahrung. Ich bin gesättigt.

Genau solche spontanen Entdeckungen liebe ich am intuitiven Malen. Etwas entsteht zunächst ganz selbstverständlich – und beim späteren Betrachten kann ich darin plötzlich etwas entdecken, das mich berührt.

Wenn ein Detail plötzlich wichtig wird

Mit einem kleinen Detailbild – dem Wangenrouge – ging ich besonders in Resonanz. Damit meine ich: Dieses Detail hat mich innerlich berührt.

Mir fiel sofort auf, dass mir dort etwas fehlte.

Oh Mann. Ich dachte doch gerade noch: Ich habe alles, was ich brauche …

Ja, habe ich auch. Aber vielleicht möchte etwas davon heraus.

Und das geht mit dem Mund: darüber reden, kommunizieren, etwas aussprechen, zu meinen eigenen Worten stehen, ehrlich sein.

Es ist an der Zeit, ehrlich zu mir zu sein.

Das geschieht unter anderem durch Sprache. Deshalb habe ich dem kleinen niedlichen Gesicht einen Mund gemalt.

Jetzt ist Sprechen möglich.

So kann aus einem winzigen Detail plötzlich eine ganz persönliche Frage entstehen. Und genau deshalb finde ich es so spannend, die eigenen Bilder nicht nur zu malen, sondern ihnen anschließend noch ein bisschen zuzuhören.

Bildanalyse einer gemalten Maus mit Farben, Formen, Symbolen und persönlichen Assoziationen

Deine eigene Bildanalyse 🧡

Diese kleinen Beispiele sollen dir Anregungen geben. Sie sind kein festes Wörterbuch für Bilder und Symbole.

Ein Herz muss für dich nicht dasselbe bedeuten wie für mich. Eine Spirale kann bei dir etwas völlig anderes auslösen als bei einem anderen Menschen.

Schau deshalb zuerst auf deine eigene Resonanz: Was fällt dir sofort ins Auge? Was berührt dich? Was irritiert dich? Was macht dich neugierig? Welches Detail würdest du am liebsten anfassen, verändern oder genauer betrachten?

Vielleicht steckt genau dort eine Frage, die dein Bild dir stellen möchte.

→ Leitfaden zur Biografiearbeit kostenlos anschauen 🧡⁠

3 Übungen zum Mitmachen 🎨

1. Malen: Schau dir die obere Symbolreihe auf meinem Bild an. Male ein eigenes Bild mit einigen dieser Details: Zweige, Spiralen, Blumen, Tupfer, Herz … Du musst nicht alle verwenden. Nimm einfach die, die dich gerade ansprechen.

2. Schreiben: Nimm Begriffe aus der unteren Reihe – zum Beispiel Höhle, Werkzeuge, Ball, Käse, Herz oder Ring – und schreibe daraus eine kleine Geschichte unter dem Motto: „Ich habe alles, was ich brauche!“

3. Sehen: Stell dir vor, meine Maus öffnet jetzt ihre Augen. Was erblickt sie als Erstes? Schreibe dein allererstes inneres Bild auf, ohne lange darüber nachzudenken. Vielleicht erscheint vor deinem inneren Auge das Meer. Dann frage dich nicht zuerst, was „das Meer“ allgemein bedeutet, sondern: Was verbinde ich gerade mit dem Meer? Wonach sehne ich mich?

Ich bin gespannt, welche aktuellen Bedürfnisse und kleinen Botschaften du der Maus entlocken kannst. 😊

Viel Spaß beim Malen, Schreiben & Sehen!

Dori 🧡

Ähnliche Beiträge