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Gefühle transformieren: Malübung bei Angst mit Malvideo

Gefühle gehören zu unserem Leben. Manche fühlen sich leicht und angenehm an, andere können uns ganz schön herausfordern. Besonders Angst kann sich manchmal so groß anfühlen, dass wir am liebsten vor ihr weglaufen würden.

Doch was passiert, wenn wir nicht versuchen, die Angst wegzumachen, sondern ihr für einen Moment unsere Aufmerksamkeit schenken?

Beim intuitiven Malen können Gefühle sichtbar werden. Farbe, Bewegung und Formen geben uns die Möglichkeit, uns mit dem zu beschäftigen, was gerade in uns lebendig ist – ohne dafür sofort die richtigen Worte finden zu müssen.

Ich möchte dir dazu eine einfache Malübung bei Angst und eine kleine Impulsgeschichte mitgeben.

Malübung bei Angst

Du kannst dir die Malübung auch direkt auf YouTube ansehen.

Farbenfrohes Bild aus der Malübung bei Angst
Aus Farbflächen entstehen neue Formen und Figuren – so kann sich ein Gefühl beim Malen Schritt für Schritt verwandeln.

Materialien für die Malübung

Du brauchst:

  • Aquarellpapier
  • bunte Tinten oder flüssige Farben
  • Wasser
  • einen Pinsel
  • einen Lackmarker oder einen anderen deckenden Stift

Nimm dir außerdem etwas Zeit und einen Platz, an dem du möglichst ungestört malen kannst.

Benetze dein Papier zunächst flächendeckend mit Wasser.

Tropfe anschließend verschiedene Farben oder Tinten hinein und beobachte, was passiert. Du musst nichts Bestimmtes darstellen. Lass die Farben ineinanderlaufen, sich begegnen und neue Formen bilden.

Dann lässt du dein Bild trocknen.

Schau dir anschließend die entstandenen Farbflächen und Linien in Ruhe an.

Vielleicht erkennst du eine Figur, ein Tier, ein Gesicht oder etwas ganz anderes. Vielleicht siehst du auch nur eine Linie, die dich neugierig macht.

Nimm nun deinen Pinsel oder Marker und arbeite mit dem weiter, was bereits auf dem Papier entstanden ist. Ergänze Linien, verbinde Formen und betone einzelne Bereiche.

Du musst aus deinem Gefühl kein „schönes“ Bild machen.

Es geht vielmehr darum, etwas, das zunächst vielleicht schwer oder unangenehm erscheint, wahrzunehmen und ihm eine neue Form zu geben.

So kann aus dem ursprünglichen Farbenspiel nach und nach etwas ganz Neues entstehen.

Impulsgeschichte: Zula und die Angst

In unserem kleinen Haustierpark gesellt sich ein weiteres Familienmitglied hinzu.

Die neue Mitbewohnerin im Hause des königlichen Katers Balu heißt Zula. Sie ist eine Fellnase, die zur Natur der katzenartigen Zitterschwänze gehört.

Ihre Lieblingsbeschäftigungen sind Verstecken, Weglaufen und das vorsichtige Erkunden ihrer Umgebung.

Manchmal ist sie jedoch eine ganz andere: offen, fröhlich, neugierig und scheinbar von Glück beseelt.

Das passiert besonders dann, wenn der große König im Umland auf Wanderschaft ist. Dann zeigt sie sich der ganzen Welt als mutige Baumspitzenspringerin, Wäsche-aus-dem-Schrank-Wühlerin und außerordentliche Kuschelexpertin.

Doch ihr ängstliches Verhalten ist ihr natürlich nicht wirklich bewusst.

Wenn es ganz schlimm wird, duckt sie sich mit dem Kopf, flach wie eine Flunder am Meeresgrund. Gleichzeitig sitzt sie wie ein aufgeblasener Busch mit nach oben gerichtetem, zitterndem Schwanz in der Ecke.

Sie brummt, faucht, gurgelt, schreit und greift manchmal hilf- und ziellos an.

Eine Strategie ist das durchaus.

Nur nicht unbedingt eine hilfreiche.

Ist es die Angst vor der Dominanz des Königs?

Ist es die Angst, verletzt zu werden?

Oder vielleicht die Angst, sich nicht wehren zu können und sich der eigenen Größe und Kraft nicht bewusst zu sein?

Ich weiß natürlich nicht, was genau es bei Zula ist.

Und ich weiß auch nicht, was genau es bei dir ist.

Das herauszufinden, ist dein ganz persönlicher Weg.

Vielleicht beobachtest du einmal dich selbst und die Menschen oder Tiere in deinem Umfeld und spürst, was dich innerlich bewegt.

Angst will uns auch schützen

Angst ist eine sehr alte und wichtige Emotion. Sie kann uns vor Gefahren warnen und dafür sorgen, dass wir schnell reagieren.

Manchmal wird sie allerdings so groß, dass sie uns belastet.

Dann möchten wir flüchten, vermeiden oder einfach nur weg.

So wie Zula.

Doch wenn wir ständig vor unserer Angst weglaufen, kann es sich anfühlen, als würde sie wie ein Schatten an unseren Fersen kleben.

Vielleicht braucht sie dann nicht noch mehr Widerstand.

Vielleicht braucht sie zunächst einmal unsere Aufmerksamkeit.

Der Angst beim Malen begegnen

Genau hier kann intuitives Malen interessant werden.

Du musst beim Malen nicht erklären können, warum du etwas fühlst. Du musst dein Gefühl auch nicht sofort verändern.

Du kannst zunächst wahrnehmen:

Und dann kannst du beobachten, was passiert, wenn du weitermalst.

Vielleicht braucht dein Bild eine andere Farbe. Vielleicht möchtest du etwas übermalen, ergänzen oder verändern. Vielleicht entsteht plötzlich etwas Fröhliches, Kraftvolles oder völlig Unerwartetes.

Das Entscheidende ist nicht, dass die Angst am Ende verschwunden ist.

Es geht darum, ihr einen Platz zu geben und gleichzeitig zu erleben:

Ich kann etwas damit tun. Ich kann gestalten. Ich kann entscheiden, wie mein Bild weitergeht.

Das ist für mich eine der besonderen Erfahrungen beim intuitiven Malen.

Dein Malimpuls

Wenn du diese Übung ausprobieren möchtest, nimm dir heute ein Gefühl, das dich gerade beschäftigt.

Du musst nicht mit deinem schwierigsten Thema beginnen.

Nimm etwas, das sich für dich gut handhabbar anfühlt, und lass daraus ein Bild entstehen.

Katzen sind manchmal erstaunliche Lehrer. Auch mein Kater Balu hat mir schon einiges über Grenzen, Selbstbestimmung und den eigenen inneren Raum beigebracht. Wenn du Lust hast, lies bei der Pinseltante weiter: 3 Katzenweisheiten für mehr Selbstfürsorge und innere Klarheit.

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