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Mandala-Schildkröte malen – eine intuitive Malübung 🐢

Manchmal entsteht beim Malen mehr als einfach nur ein schönes Bild.

Du beginnst mit einer Form, einer Farbe oder einem kleinen Muster – und plötzlich entwickelt sich etwas, mit dem du vorher gar nicht gerechnet hast. Genau darum geht es bei dieser Malübung.

Wir malen gemeinsam eine Mandala-Schildkröte. Schritt für Schritt – und trotzdem darf deine Schildkröte ganz anders aussehen als meine. Du entscheidest, welche Formen entstehen, welche Farben dich gerade anziehen und wie viel Ordnung oder wildes Durcheinander dein Bild heute braucht.

Es gibt kein Richtig und kein Falsch. 🧡

Vielleicht entdeckst du beim Malen sogar etwas über dich selbst. Nicht, weil dein Bild eine festgelegte Bedeutung hat, sondern weil du es anschließend mit deinen eigenen Augen betrachten und dich fragen kannst:

🐢 Wenn du noch mehr darüber erfahren möchtest, wie du beim Malen deiner Intuition folgen kannst, lies auch meinen Beitrag „Was ist intuitives Malen?“.

Was erzählt mir meine Schildkröte gerade über mich?

Erst malen – später deuten 🎨

Versuche, während des Malens noch nicht darüber nachzudenken, was eine Farbe, eine Form oder ein Muster bedeuten könnte.

Male erst einmal. Folge deinen Ideen. Probiere aus. Ändere etwas wieder. Lass etwas stehen. Und wenn du irgendwann spürst:

Jetzt ist meine Schildkröte fertig.

… dann schauen wir sie uns gemeinsam etwas genauer an. Denn manchmal entdecken wir in unseren eigenen Bildern Dinge, die wir vorher noch gar nicht in Worte fassen konnten. 🧡

Lass deine Schildkröte entstehen 🐢

Jetzt darfst du loslegen.

Die Bilder führen dich Schritt für Schritt durch die Entstehung deiner Mandala-Schildkröte. Nimm dir davon das mit, was dir hilft – und lass weg, was du gerade nicht brauchst.

Deine Schildkröte darf auf deine ganz eigene Art entstehen. 🧡

Grundstruktur für eine Mandala-Schildkröte mit Mitte, Kreisen und Strahlen

Fang in deiner Mitte an 🧡

Deine Schildkröte beginnt in der Mitte ihres Panzers.

Von dort aus kannst du Kreise und Strahlen entstehen lassen. Sie geben dir eine erste Orientierung für dein Mandala. Wenn du möchtest, zeichne die Grundform mit Bleistift vor. Du kannst dafür Zirkel und Lineal benutzen – oder ganz frei aus der Hand arbeiten.

Mach es so, wie es sich für dich gut anfühlt. Zeichne anschließend Kopf, Beine und Schwanz deiner Schildkröte ganz leicht vor. Und dann kommt der Teil, den ich besonders mag: Du musst jetzt noch nicht wissen, wie deine fertige Schildkröte aussehen wird. 🐢 Nimm einfach deinen ersten Impuls und beginne mit einer kleinen Form, einem Bogen, einem Kreis oder einem Muster.

Nur ein Schritt. Schau danach wieder auf dein Bild und frage dich:

Was möchte ich als Nächstes malen?

Skizze einer Mandala-Schildkröte mit ersten intuitiv gezeichneten Mustern

Deine Mandala-Schildkröte wächst jetzt Stück für Stück. Vielleicht möchtest du erst alle Muster vorzeichnen. Vielleicht hast du aber auch schon Lust auf Farbe. Oder du wechselst einfach zwischen beidem hin und her.

Du bestimmst die Reihenfolge.

Schau immer wieder auf dein Bild und spüre, worauf du gerade Lust hast. Du musst nicht wissen, wie es am Ende aussehen soll. Und wenn du zwischendurch etwas anders machen möchtest als ursprünglich gedacht?

Dann mach es anders. 😊

Du darfst es anders als andere tun.
Du darfst deine Meinung ändern.
Du darfst immer neu wählen.

Wenn deine Schildkröte später richtig schön fließen und schwimmen soll, kannst du Farben verwenden, die sich miteinander verbinden und ineinanderlaufen – zum Beispiel Aquarellfarben, Aquarellstifte, Buntstifte oder Softpastellkreiden. Jetzt dürfen die ersten Farben einziehen. 🎨

Mandala-Schildkröte mit ersten Mustern und orange-türkiser Farbgestaltung

Langsam wird deine Schildkröte immer bunter. Du kannst einzelne Flächen ausmalen, Muster ergänzen oder beides miteinander verbinden. Vielleicht möchtest du ganz ordentlich vorgehen – vielleicht entsteht heute aber auch ein fröhliches Durcheinander.

Beides darf sein. 🧡

Wenn du magst, stell dir vorher eine kleine Farbpalette zusammen. Ein paar Farben, die dich gerade anziehen und die du immer wieder aufgreifen kannst. Oder du entscheidest bei jeder Fläche neu:

Welche Farbe möchte ich genau jetzt?

Bleib dabei neugierig auf das, was entsteht. Du brauchst das fertige Bild noch immer nicht im Kopf zu haben.

Ein Schritt. Eine Farbe. Eine Entscheidung nach der anderen.

Und irgendwann merkst du vielleicht: Jetzt bin ich richtig schön im Flow. 😊

Mandala-Schildkröte mit intuitiven Mustern und harmonischer Farbpalette

Jetzt darfst du dich immer mehr ins Malen hineinfallen lassen. Erweitere deine Muster, füge Farben hinzu, verbinde Flächen miteinander oder setze neue kleine Details dazu. Vielleicht möchtest du manche Formen wiederholen. Vielleicht entstehen plötzlich ganz neue Muster.

Lass deine Mandala-Schildkröte einfach weiterwachsen.

Mit schwarzen oder weißen Linien kannst du Konturen hervorheben und kleine Muster ergänzen. Auch hier gilt: nur wenn es für dein Bild gerade passt. Und wenn du zwischendurch nicht weißt, wie es weitergeht, schau einfach einen Moment hin.

Was fehlt noch?
Wo zieht es deinen Blick hin?
Worauf hast du gerade Lust?

Du musst nicht schneller sein als dein Bild. 😊

Male so lange, bis es sich für dich stimmig anfühlt.

Fertige bunte Mandala-Schildkröte mit Tipps zu Mustern, Farben und Kontrasten

Schau dir deine Mandala-Schildkröte an 🐢🧡

Bevor du weiterliest, nimm dir einen Moment für dein fertiges Bild. Schau deine Schildkröte einfach an. Nicht bewerten. Nicht überlegen, ob etwas richtig oder falsch geworden ist. Vielleicht entdeckst du etwas, das dich überrascht. Eine Farbe, die besonders viel Raum bekommen hat. Ein Muster, das immer wieder auftaucht. Eine Stelle, die ganz ruhig wirkt – oder eine, an der richtig viel los ist.

Deine Schildkröte muss dir nichts Bestimmtes erzählen. Aber du kannst sie nutzen, um ein bisschen neugierig auf dich selbst zu schauen.

Was entdeckst du in deinem Bild?

Nimm dir deine Schildkröte und lass deinen Blick ein bisschen wandern.

Vielleicht magst du dir dabei diese Fragen stellen:

  1. Wie viel Raum hat deine Schildkröte auf dem Blatt? Hat sie viel Platz um sich herum oder füllt sie fast das ganze Bild?
  2. Wie wirken ihre Beine auf dich? Ist sie gerade unterwegs, schwimmt sie, ruht sie sich aus oder lässt sie sich vielleicht einfach treiben?
  3. Wohin schaut oder schwimmt sie? Was könnte es dort für sie zu entdecken geben?
  4. Wie würdest du deine Schildkröte beschreiben? Finde ein paar Wörter, die dir spontan zu ihr einfallen.
  5. Welche Farben hast du gewählt? Gibt es Farben, die besonders häufig auftauchen oder die deinen Blick sofort anziehen?
  6. Hast du eher frei gemalt oder waren Hilfslinien, Kreise und eine klare Struktur heute angenehm für dich?
  7. Wo findest du in deinem Bild viel Fülle und wo ist noch Raum?
  8. Konntest du dich darauf einlassen, immer nur den nächsten Schritt zu malen? Oder wolltest du zwischendurch doch schon wissen, wie alles am Ende aussehen soll?
  9. Gibt es etwas an deiner Schildkröte, das du von dir kennst?
  10. Und gibt es etwas, das du an ihr besonders magst und vielleicht gerade selbst ein bisschen mehr gebrauchen könntest?

Es gibt dabei keine feste Deutung. Es ist dein Bild.

Und deshalb interessiert mich viel mehr, was du selbst darin entdeckst. 🧡

Schau deine Schildkröte noch einmal an.

Vielleicht ist da ein Wort, ein Gedanke oder ein Satz, der plötzlich auftaucht.

Etwas wie:

Ich darf mir Zeit lassen.
Ich darf meinen eigenen Weg gehen.
Ich darf mich zeigen.
Ich darf Pausen machen.
Ich darf neugierig bleiben.
Ich darf meine Meinung ändern.
Ich darf immer neu wählen.

Oder etwas völlig anderes.

Nimm nicht meinen Satz.

Finde deinen. 🧡

Du kannst ihn auf die Rückseite deines Bildes schreiben, auf einen kleinen Zettel oder irgendwohin, wo er dir in den nächsten Tagen wieder begegnet.

Diese Frage aus meiner ursprünglichen Schildkrötenübung mag ich heute immer noch besonders:

Was ist dein nächster Schritt?

Nicht die nächsten zehn.

Nicht der ganze Weg.

Nur der nächste.

Vielleicht hat er überhaupt nichts mit deinem Bild zu tun. Vielleicht aber doch.

Und vielleicht weißt du die Antwort auch noch gar nicht.

Dann darf deine Schildkröte einfach eine Weile bei dir bleiben. 🐢

Manche Bilder erzählen ihre Geschichte nämlich nicht sofort.

Kinder brauchen ihr Bild nicht zu analysieren oder zu „deuten“.

Lass das Kind erzählen.

Du kannst neugierige Fragen stellen:

Wie geht es deiner Schildkröte?
Wo möchte sie hin?
Was braucht sie gerade?
Wo fühlt sie sich wohl?
Wer könnte sie begleiten?
Hat sie vielleicht eine besondere Superkraft?
Was kann sie richtig gut?

Bleib dabei bei der Schildkröte und ihrer Geschichte.

Du musst die Antworten nicht auf das wirkliche Leben des Kindes übertragen und auch nichts hineininterpretieren.

Manchmal entstehen beim Erzählen die wunderbarsten Ideen und Lösungen – gerade dann, wenn wir Erwachsenen nicht vorgeben, wohin die Geschichte gehen soll.

Lass dich überraschen, was das Kind in seiner eigenen Bilderwelt entdeckt. 🧡

Beim Mandala beginnt vieles in der Mitte und wächst von dort nach außen.

Diesen Gedanken mag ich.

Du kannst die Mitte deiner Schildkröte einfach als deine eigene Mitte betrachten – als einen Ort, zu dem du beim Malen immer wieder zurückkehren kannst.

Rundherum darf entstehen, was gerade entstehen möchte:

Farben.
Muster.
Ordnung.
Chaos.
Leere.
Fülle.

Und beim nächsten Mal sieht vielleicht alles schon wieder ganz anders aus.

Denn auch du bist nicht jeden Tag gleich.

Vielleicht brauchst du heute viele Linien und klare Strukturen.

Vielleicht möchtest du morgen lieber frei malen und sämtliche Regeln über Bord werfen.

Beides darf sein.

Genau das kannst du beim Malen wunderbar ausprobieren.

Was tut dir heute gut?

Ruhe oder Bewegung?

Viele Farben oder nur zwei?

Ordnung oder wildes Durcheinander?

Ganz langsames Malen oder schnelle Striche?

Hilfslinien oder freie Hand?

Versuche nicht herauszufinden, was du eigentlich brauchen solltest.

Schau lieber, was du gerade wirklich brauchst.

Das kann morgen schon wieder etwas anderes sein.

Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Sachen am intuitiven Malen:

Deine Schildkröte darf einfach deine sein 🐢

Vielleicht ist am Ende ein wunderschönes Mandala entstanden.

Vielleicht ist deine Schildkröte schief.

Vielleicht ein bisschen wild.

Vielleicht ganz zart.

Vielleicht hast du plötzlich Farben benutzt, die du sonst niemals miteinander kombiniert hättest.

Ganz egal.

Sie ist aus deinen Entscheidungen entstanden.

Strich für Strich.

Farbe für Farbe.

Und vielleicht erinnerst du dich beim nächsten Mal, wenn du glaubst, schon den ganzen Weg kennen zu müssen, an deine Schildkröte:

Manchmal reicht es vollkommen, den Pinsel in die Hand zu nehmen und nur den nächsten Schritt zu malen. 🧡

Solche Malübungen sind für mich viel mehr als eine Anleitung, um ein schönes Bild entstehen zu lassen.

Du kannst lernen, Bilder genauer wahrzunehmen, Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu entdecken und kreative Prozesse liebevoll zu begleiten – bei dir selbst und später vielleicht auch bei anderen Menschen.

Genau damit beschäftigen wir uns auch in meiner PINSELTANTE® Ausbildung. Du lernst nicht einfach fertige Malübungen kennen, sondern auch, was dahintersteckt und wie du Menschen beim Malen achtsam begleiten kannst.

Vielleicht möchtest du ja irgendwann noch ein bisschen tiefer schauen. 🎨🧡

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