
Farben können beim Malen ganz unterschiedliche Stimmungen erzeugen. Manche Farbkombinationen wirken ruhig und harmonisch, andere lebendig, kraftvoll oder spannungsreich.
Beim energetischen Malen arbeite ich mit Farben, Formen und Symbolen und verbinde sie mit den Themen der Chakren. Das Malen kann dabei zu einer Möglichkeit werden, innere Themen sichtbar zu machen und bewusster wahrzunehmen.
Besonders interessant finde ich die Wirkung von Farbharmonien. Je nachdem, welche Farben du miteinander kombinierst, entsteht eine ganz unterschiedliche Dynamik im Bild.
Farbharmonien Chakren: Farben bewusst kombinieren
Du kannst beim Malen verschiedene Möglichkeiten aus dem Farbkreis nutzen. Farben können dicht nebeneinanderliegen, sich im Farbkreis gegenüberstehen oder als Dreierkombination miteinander verbunden werden.
Ich zeige dir drei Möglichkeiten, mit denen ich beim energetischen Malen gerne arbeite: das große Spektrum, den Komplementärkontrast und die Triade.
Harmonisierendes großes Spektrum


Ein weiteres Beispiel: Solar-Plexus-Chakra
Gelb wird dem Solar-Plexus-Chakra zugeordnet. Für mich sind damit Themen wie die eigene Kraft, der Wille und das Durchsetzungsvermögen verbunden.
Auch hier kannst du mit benachbarten Farben spielen und Gelb beispielsweise mit Orange- und Grüntönen verbinden. So entsteht eine Farbharmonie, in der die einzelnen Farben miteinander in Beziehung treten.
Es geht dabei nicht darum, eine bestimmte Wirkung erzwingen zu müssen. Viel spannender ist die Frage: Welche Farben fühlen sich für dich gerade stimmig an?


Beim großen Spektrum verbindest du zwei oder mehrere Farben, die im Farbkreis nebeneinanderliegen, und beziehst auch die Zwischentöne mit ein.
Wenn du zum Beispiel das Herzchakra mit dem Halschakra in Harmonie bringen möchtest, kannst du sanfte Grüntöne über Türkis bis hin zu Blau miteinander verbinden.
So entsteht kein harter Farbwechsel. Die Farben gehen fließend ineinander über und verbinden die unterschiedlichen Farbbereiche miteinander.
In der Chakrenlehre wird Grün dem Herzchakra, Blau beziehungsweise Türkis dem Halschakra und Indigo dem Stirnchakra oder „Dritten Auge“ zugeordnet.
Beim Malen kannst du beobachten, welche dieser Farben dich besonders anspricht und wie viel Raum du ihr in deinem Bild geben möchtest.
Aktivierender Komplementärkontrast
Ganz anders ist die Wirkung von Komplementärfarben.
Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis gegenüber. Dadurch entsteht ein kräftiger Kontrast. Beim energetischen Malen nutze ich solche Kombinationen gerne, wenn ein Bild mehr Spannung, Bewegung oder Kraft bekommen soll.
Du kannst deinem gewählten Hauptfarbbereich die gegenüberliegende Farbe zunächst nur in kleinen Mengen hinzufügen und beobachten, wie sich dadurch das gesamte Bild verändert.

Blau und Orangegelb
Blau und Orangegelb stehen sich im Farbkreis gegenüber. Die Kombination erinnert an Sonne und Meer und begegnet uns auch in der Natur immer wieder.
In der Chakrenlehre wird Orange dem Sakralchakra und Blau dem Halschakra zugeordnet.
Das Sakralchakra verbinde ich mit unseren Emotionen und mit dem Auf und Ab, das zum Leben gehört. Das Halschakra steht für mich unter anderem mit Ausdruck und Kommunikation in Verbindung.
Beim Malen können diese beiden sehr unterschiedlichen Farben miteinander in einen Dialog treten.
Welche Farbe braucht mehr Raum? Wo treffen sie aufeinander? Was verändert sich, wenn du Orangegelb nur ganz sparsam in ein überwiegend blaues Bild setzt – oder umgekehrt?
Probiere es aus und beobachte, was beim Malen passiert.
Spannende Triade
Eine weitere Möglichkeit ist die Triade.


Dabei verwendest du drei Farben, die im Farbkreis ein Dreieck bilden. Dadurch entsteht eine lebendige und spannungsreiche Farbkombination.
Beim energetischen Malen können auf diese Weise drei unterschiedliche Farbbereiche beziehungsweise Chakra-Themen gleichzeitig angesprochen werden.
Gerade weil diese Farben weiter voneinander entfernt liegen, entsteht eine andere Dynamik als beim harmonischen großen Spektrum.
Auch hier gibt es viele Möglichkeiten.
Das Drei-Farben-Spiel
Wähle drei Farben aus und beginne damit zu malen.
Du musst vorher nicht wissen, was entstehen soll. Lass die Farben zunächst miteinander spielen und beobachte, welche von ihnen sich in den Vordergrund drängt und welche zurückhaltender bleibt.
Vielleicht möchtest du eine Farbe verstärken. Vielleicht braucht eine andere weniger Raum. Vielleicht entsteht gerade durch die Spannung zwischen den Farben etwas völlig Neues.
Für mich steckt darin auch das Thema Mut. Ein typisches Thema beim intuitiven Malen.
Mutige Farbkombinationen können ein erster kleiner Schritt sein, etwas Neues zu wagen. Auf dem Papier darfst du ausprobieren, verändern, übermalen und neu beginnen.
Du kannst nichts falsch machen.
Manchmal entsteht Schwung gerade dort, wo vorher Spannung war. Wenn wir beginnen, etwas zu verändern und ins Tun kommen, kann daraus etwas Neues entstehen.
Der erste Schritt geschieht auf dem Papier – und vielleicht nimmst du von dort auch einen kleinen Impuls mit in deinen Alltag.
Trau dich!
Dein eigener Farbversuch
Wenn du Lust bekommen hast, probiere eine der drei Möglichkeiten selbst aus:
Nimm benachbarte Farben für ein harmonisches Spektrum, zwei gegenüberliegende Farben für einen kräftigen Komplementärkontrast oder drei Farben für eine spannende Triade.
Du brauchst dabei nicht darüber nachzudenken, ob du die Farben „richtig“ verwendest.
Beobachte vielmehr:
Welche Farbe zieht mich heute an?
Welche Farbe möchte ich vermeiden?
Wo entsteht Harmonie?
Wo entsteht Spannung?
Und was verändert sich, wenn ich trotzdem weitermale?
Beim intuitiven Malen und energetischen Malen darf Farbe mehr sein als Gestaltung. Sie kann dir einen Anlass geben, dich selbst beim Malen zu beobachten, etwas auszuprobieren und neue Möglichkeiten zu entdecken.
Wenn du noch tiefer einsteigen möchtest, erfährst du bei der Pinseltante mehr über das Liebevolle Malen und die verschiedenen Malarten.
