Stell dir vor, du bist ein kleines Blümchen und darfst genau zu dem erblühen, wofür du erschaffen wurdest.
Jede Blume ist einzigartig 🌸
Flora saß mitten auf einer weiten, duftenden, bunten Blumenwiese. Um sie herum summte und raschelte es. Überall sprießten kleine Pflänzchen aus der Erde. Manche reckten ihre großen Blütenköpfe weit in den Himmel, andere waren so winzig und zart, dass Flora sie beinahe übersehen hätte.
Sie schaute eine ganze Weile zu.
„Ganz schön ungerecht“, dachte Flora irgendwann. „Die Großen bekommen viel mehr Licht. Und überhaupt können sie viel weiter sehen als die Kleinen.“
Doch Flora wäre nicht Flora, wenn sie nicht noch ein bisschen genauer hingeschaut hätte.
Da entdeckte sie etwas.
Die großen Blütenblätter spendeten den kleinen Pflänzchen an besonders heißen Tagen Schatten. Wenn es regnete, fingen sie das Wasser des Himmels ganz oben auf. Dicke Tropfen sammelten sich auf ihren Blättern und kullerten langsam hinunter zu den kleineren Pflanzen.
Und die Kleinen?
Flora legte sich auf den Bauch und schaute ganz genau hin.
Natürlich konnte sie nicht sehen, was tief unter der Erde geschah. Aber sie stellte es sich vor: unzählige kleine Wurzeln, die sich durch die Erde schlängelten, einander begegneten und das Wasser weitertrugen. Sie hielten die Erde fest und gaben damit auch den großen Blumen Halt.
Flora musste lächeln.
Keine Blume konnte alles. Aber jede konnte etwas ganz eigenes.
Gemeinsam verschieden – gemeinsam stark 🌬️
Eines Tages wurde der Himmel plötzlich dunkel.
Der Wind fuhr über die Blumenwiese und wurde immer stärker. Die großen Blüten schwankten hin und her. Die kleinen duckten sich tief ins Gras.
Flora machte sich Sorgen.
Doch dann bemerkte sie wieder etwas.
Die Blumen standen nicht allein.
Dicht an dicht wuchsen sie miteinander. Ihre Blätter berührten sich, ihre Wurzeln hielten die Erde zusammen und eine Pflanze gab der nächsten Halt.
Eine einzelne Blume irgendwo allein in Wald und Flur hätte es in diesem Sturm vielleicht schwer gehabt.
Aber hier auf der Wiese waren sie viele.
Gemeinsam waren sie stark.
Als der Sturm vorüber war und die ersten Sonnenstrahlen wieder durch die Wolken blitzten, richteten sich die Blümchen langsam auf.
Die große Blume war noch immer groß.
Die kleine war noch immer klein.
Die eine leuchtete knallgelb, eine andere ganz zart rosa. Manche dufteten herrlich, andere hatten besonders kräftige Wurzeln. Eine bot Schatten, eine andere Nahrung für eine kleine Hummel.
Und keine von ihnen fragte:
„Warum bin ich nicht wie du?“
Flora saß ganz still da.
Vielleicht ging es gar nicht darum, genauso groß, schön, mutig oder stark zu werden wie jemand anderes.
Vielleicht durfte jedes Blümchen einfach entdecken, was bereits in ihm steckte.
Es musste nicht alles können.
Es musste auch nichts besonders Großes vollbringen.
Es durfte einfach wachsen.
Seine Wurzeln in die Erde strecken. Sich der Sonne entgegenlehnen. Wasser aufnehmen. Seine Blüten öffnen. Geben, was es zu geben hatte – und genauso annehmen, was die anderen ihm schenkten.

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Du musst nicht sein wie die anderen
Jedes Blümchen hat seinen Platz… Flora stellte sich vor, wie langweilig die Wiese aussehen würde, wenn alle Blumen gleich wären.
Alle gleich groß.
Alle in derselben Farbe.
Alle mit denselben Blättern.
„Oh je“, murmelte sie. „Das wäre ja überhaupt keine Blumenwiese mehr.“
Sie musste lachen.
Gerade weil jede Pflanze anders war, konnte dieses bunte Miteinander entstehen.
Die Großen brauchten die Kleinen.
Die Kleinen brauchten die Großen.
Und alle brauchten Licht, Wasser, Erde – und manchmal ein bisschen Halt voneinander.
Jedes wird das geben, was es zu geben hat.
Was macht dich einzigartig?
Vielleicht ist es bei uns Menschen gar nicht so anders wie auf Floras Blumenwiese.
Wir dürfen herausfinden, was uns entspricht. Was uns Freude macht. Was wir gut können. Was wir brauchen und was wir anderen geben können. Nicht indem wir versuchen, jemand anderes zu werden, sondern indem wir immer wieder in uns hineinhorchen.
Was gehört zu mir?
Was möchte durch mich wachsen?
Und was darf ich einfach so sein lassen, wie es ist?
Auch beim intuitiven Malen kannst du genau das ausprobieren. Es gibt kein Bild, dem deines gleichen muss. Du darfst deinen eigenen Farben folgen, deine eigenen Formen entstehen lassen und neugierig darauf sein, was nur aus dir heraus entstehen kann.
Dabei geht es nicht darum, besonders schön oder „richtig“ zu malen. Vielleicht ist gerade das Spannende, deinen eigenen Ausdruck Stück für Stück kennenzulernen.:
Wenn du gleich selbst ausprobieren möchtest, was beim intuitiven Malen entstehen kann, habe ich hier eine Malübung mit Beispielen für dich.
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